„Kirche gegen Juden im Nationalsozialismus“

So lautet das Thema des 147. Offenen Abends des Fördervereins Gemeindeaufbau der Ev.-Luth. Gnadenkirche Leipzig-Wahren e. V. am Freitag, 11. Juni 2021, 19.30 Uhr, in der Gnadenkirche Wahren, Opferweg 2, der bereits für das Frühjahr 2020 geplant war.  Als Referent konnte der ehemalige Professor für neutestamentliche Wissenschaft an der Universität Leipzig und frühere Landesbischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Thüringen, Dr. Christoph Kähler, gewonnen werden.

In Zeiten, in denen sich eine neue Welle des Antisemitismus in Deutschland ausbreitet und sogar mörderische Anschläge auf Synagogen erfolgen, ist es wichtig, auch nach der Stellung der Kirche zum jüdischen Volk in Geschichte und Gegenwart zu fragen. Beschämt entdecken wir, dass sich auch in der Kirchengeschichte viele Belege für eine antijüdische Einstellung finden. Als ein besonders unrühmliches Beispiel gilt das maßgeblich von den „Deutschen Christen“ in Eisenach 1939 gegründete „Institut zur Erforschung und Beseitigung des jüdischen Einflusses auf das deutsche kirchliche Leben“, in dem 1941 ein „entjudetes Neues Testament“ erarbeitet wurde. Dieses dunkle Kapitel der jüngeren Kirchengeschichte wird erst seit Anfang der 90er Jahre eingehender untersucht. Professor Kähler wird dabei über dieses Institut informieren und zugleich danach fragen, welche Konsequenzen sich für die Kirche und für den christlichen Glauben heute aus solchen historischen Verirrungen ergeben.

Wolfgang Ratzmann, Förderverein      

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