Abschied aus Sophien
29. September 2026
Liebe Gemeinde,
vielleicht hat es sich schon bis zu Ihnen herumgesprochen, nach ungefähr vier Jahren werde ich die Sophienkirchgemeinde schon wieder verlassen. Im Herbst wechsele ich in die Krankenhausseelsorge und übernehme die Stelle am St. Georg Krankenhaus. Das war 2022, als ich hier angefangen habe, nicht abzusehen. Allerdings hat sich der Zuschnitt der Stelle, so wie ich sie angetreten habe, verändert. Anfang 2025 wurden die Prozente, die ich für die Flughafenseelsorge innehatte, gekürzt. Dafür habe ich seither in der Michaelis-Friedens-Kirchgemeinde Vertretungsdienste übernommen. Hoffentlich konnte ich etwas dazu beitragen, in beiden Gemeinden ein Gespür der Zusammengehörigkeit wachsen zu lassen. Das Hin und Her dazwischen ist mir nicht immer leichtgefallen.
Für mich bedeutet der Wechsel auch einen Abschied aus dem Gemeindepfarramt nach über zwanzig Jahren. Ich habe diese Arbeit immer ob ihrer Buntheit geschätzt. Jetzt allerdings ist wohl der Zeitpunkt gekommen, an dem ich mich auf ein spezielles Arbeitsfeld konzentrieren soll. Ich verlasse die Kirchgemeinde mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Ich freue mich sehr über die Freundschaften, die sich in dieser relativ kurzen Zeit bilden konnten. Sie werde ich vermissen. Ich bin dankbar für viele Begegnungen und auch für das Kennenlernen neuer Arbeitsfelder, beispielsweise die Begleitung der Familiensamstage, die für mich eindeutig zu den Höhepunkten der letzten Jahre gehören. Aber auch so manches kirchenmusikalische Projekt werde ich im Herzen behalten. Und auch an die gemeinsam gefeierten Feste werde ich mich gern erinnern. Ich bin gespannt, was mich im Krankenhaus erwarten wird, auch wenn ich die Arbeit dort natürlich aus meinen Seelsorgeausbildungen kenne. Und dennoch blicke ich auch mit etwas Sorge auf die künftige Zeit und die Frage, ob ich den in mich gestellten Erwartungen gerecht werden kann.
Der Blick auf die Gemeindezukunft erfüllt mich ebenfalls mit Sorge. Die Stelle wird, wie viele andere im Verkündigungsdienst, nicht wieder ausgeschrieben. Wir müssen generell zu einer anderen Vorstellung von Kirche kommen, davon bin ich zutiefst überzeugt. Manchmal war ich erschreckt angesichts der Haltung, „ich bezahle doch Kirchensteuer, da muß die Kirche doch …“ Ich denke, wer will, daß Kirche stattfindet, wird selbst dafür sorgen müssen. Als Gottes Hausgenossen, die wir nach Paulus alle sind, sind wir dazu aufgerufen, mit Hand anzulegen und anzupacken, damit das Reich Gottes unter uns lebendig werden kann. Als wir uns Anfang des Jahres 2026 in der Friedenskirche zu einem großen Ehrenamtlichen-Dankesfest getroffen haben, war für viele – und auch für mich – ermutigend, zu erleben, wie viele wir sind. Wir sind nicht nur die wenigen, die sich vor Ort engagieren, sondern wir sind Teil eines großen Ganzen.
Und so soll nicht die Sorge hier das letzte Wort haben, sondern die hartnäckige Zuversicht, daß Gott sich finden lassen wird von denen, die ihn von ganzem Herzen suchen (Jes. 29,13f.).
Maria Bartels, Pfn.