Impuls des Monats

Monatsspruch für April

“Christus ist das Ebenbild des unsichtbaren Gottes, der Erstgeborene vor aller Schöpfung.” (Kolosser 1,15)

Wissen wir nun, wie Gott aussieht? Haben wir so eine bessere Vorstellung, wer Gott ist? Zumindest scheint der Monatsspruch für den April dies nahezulegen. Er reagiert auf unseren menschlichen Wunsch, zu wissen, mit wem wir es zu tun haben, wenn wir an Gott denken, uns an ihn wenden.

Doch wie kann es ein Bild eines unsichtbaren Gottes geben? Wie kann vor aller Schöpfung, die doch die Grundlage alles Lebens ist, einer “erstgeboren” sein? Es scheint, als ob der Spruch gerade nicht offenlegt, wer oder wie Gott ist. Lediglich auf Christus wird verwiesen, Christus, der ebendieses eigentlich nicht mögliche “Ebenbild” und ebendieser eigentlich nicht mögliche “Erstgeborene” ist.

Was macht das Christsein aus? Christen haben nicht die Erkenntnis des Seins Gottes, sie haben kein besseres oder gar gesichertes Wissen darum, wie Gott ist. Gott können wir nicht erkennen und wir können auch nicht wissen, wie und wer er ist. Gott ist dem menschlichen Erkennen und Wissen entzogen. Aber wir können ihn erfahren, in immer neuen Facetten. Und damit wir Menschen ihn erfahren, ist Jesus Christus für uns Menschen gestorben und auferstanden.

Mit unseren Worten: Damit wir ihn und seine Nähe erfahren können, hat Gott den Tod, das ewige Getrenntsein von ihm, aus dem Weg geräumt. Dafür stehen Tod und Auferstehung seines Sohnes. Beschreiben können wir all das aber nur mit den Worten, die wir als Menschen zur Verfügung haben. Und diese Worte, so genau sie auch sein wollen, werden als Worte doch nicht begreiflicher machen, was wir meinen, so wie “Ebenbild des Unsichtbaren” und “Erstgeborener vor aller Schöpfung”.

Christus ist es, an den wir uns halten sollen, Jesus, der zum Christus wurde zu Ostern. Lassen wir uns auf ihn ein, erfahren wir, wer Gott ist, und können dann von diesen Erfahrungen berichten. Jesu Jünger und Jüngerinnen haben nach Ostern so ihre Erfahrungen mit dem Auferstandenen weitergegeben. Nehmen wir ruhig unsere Worte dazu, auch wenn wir wissen, diese Worte sind Menschenworte – zu klein, Gott zu erfassen, aber ausreichend, um von ihm weiterzuerzählen.

Lassen wir uns darauf ein, seien Sie behütet!

Ihr Pfarrer Hein

Pfarrer Dr. Markus Hein
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