Impuls der Woche

3. Sonntag nach Trinitatis, 16. Juni 2024

Schon wieder eine Woche neu. Hier nun der nächste SONNTAGSIMPULS. Dieser Brief bringt das Lebens-Motto Jesu in Ihre Erinnerung:  

Der Menschensohn ist gekommen, zu suchen und selig zu machen, was verloren ist. (Lukas 19)

Man stelle sich vor, so einer wolle Kanzler werden! Undenkbar. Das passt überhaupt nicht in die deutsche Landschaft. Dieser Fokus ist in unserer gegenwärtigen Mentalität schlechterdings nicht zukunftsfähig. Der Fokus der Gegenwart steht auf Gewinn und Erfolg. Im evangelikalen Bereich begegnen wir einer Frömmigkeit und einer Theologie, die den Glauben am Erfolg misst. Nur wer richtig glaubt, hat Erfolg. Und wer Erfolg hat, glaubt richtig. Mit dem Kreuz hat man da so sein Kreuz. Jesus setzt einen anderen Fokus. Jesus „tickt“ anders. Jesus ist anders „gestrickt“. Seine Orientierung ist radikal anders. Er sieht, was viele nicht sehen und nicht sehen wollen. Und dieses Lebens-Motto Jesu würde einiges von Grund auf verändern und spürbar an den Grundfesten unserer Mentalität rütteln. Um Jesus ähnlich zu werden, müsste man mit dem Auge des Herzens sehen, müsste man mit der Seele im Hirn denken, müsste man vom Gefühl für Wesentliches geleitet sein.

An Jesus besticht dreierlei.

Das Suchen – seine Seele ist gezielt ausgerichtet, sein Herz ist stets auf Empfang, sein Auge sieht ins Dunkel.

Das Wollen – kein Vielleicht. Nur entweder oder, ganz oder gar nicht, jetzt oder nie.

Das Verlorene – wer sind die? Verlorene haben ein Schicksal. Verlierer haben Namen: Hilflose, Obdachlose, Behinderte, Entwurzelte, Auffällige, Wehrlose, Andersartige, Chancenlose, Unbrauchbare und auch diejenigen, die alles mit sich machen lassen.

An Jesus müssen wir uns messen lassen.
Menschensohn ist der Name für den, der einer von uns ist, aber ganz anders als wir.
Wohin gehören wir eigentlich? Haben wir einen Platz in seinem suchenden Herzen?
Glauben Sie mir: Sie können damit rechnen.

Pfr. i. R. Gottfried Schleinitz

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