Impuls der Woche

9. Sonntag mach Trinitatis, 02. August 2026

Der August ist gekommen – klingt schon erheblich anders als „Der Mai ist gekommen“! Hier der neue SONNTAGSIMPULS. Gott segne diesen Tag, wie immer Sie ihn erleben.  Seien Sie wieder offen für die Geschenke des Himmels. Wir wünschen Ihnen eine fröhliche und friedliche neue Woche. Dieser Impuls provoziert unsere Verantwortung:

Wem viel gegeben ist, bei dem wird man viel suchen. Und wem viel anvertraut ist, von dem wird man umso mehr fordern. (Lukas 12)

Zugegeben – diesen Spruch hätte ich für einen Sonntagsimpuls eher nicht ausgewählt. Doch die „Wochen-Sprüche“ der Kirche sind „gesetzt“. Das ist vielleicht auch gut so. Sonst würden wir bei unseren Lieblings-Worten „hängenbleiben“. Und wir bekämen die Bandbreite der biblischen Überlieferung überhaupt nicht mit.
Heute also dieser beim ersten Hinhören etwas merkwürdige Gedanke.

Seien wir ehrlich: Wir Normalbürger beschäftigen uns lieber und öfter mit dem, was uns fehlt. Das lässt sich nicht leugnen. Dieses Bibelwort, das auf Jesus zurückgeführt ist, macht es anders. Und damit sind wir schon bei einem ersten Impuls.

Schauen Sie doch einfach mal nach, was Ihnen alles „gegeben“ ist. Wie nennen Sie Ihre „Gaben“? Wovon können andere profitieren, wenn sie mit Ihnen zu tun haben? Worauf freuen sich Partner, Kinder, Enkel, Nachbarn, Freunde, wenn sie mit Ihnen zusammenkommen? Was macht Ihnen selbst Spaß? Ihre Antworten sind Spuren. Sie werden einiges herauszufinden, was Ihnen gegeben ist. Sie können ins Staunen kommen!

Dasselbe machen Sie mal mit dem, was Ihnen „anvertraut“ ist. Was sind ihre Namen? Vergessen Sie nicht, wenn im zunehmenden Alter die Möglichkeiten schwinden, „sich nützlich“ zu machen – zum Beten brauchen Sie nicht viel Platz, schon gar kein Geld, nur Zeit. Und davon haben Sie viel! „Anvertraut“ sind Ihnen sicher gelegentlich auch einsame Gedanken, schwere Gedanken, schlimme Gedanken. Sie erfahren von solchen innersten Problemen anderer Menschen vielleicht nur, weil Sie schweigen können.

Und jetzt freuen Sie sich, wenn man bei Ihnen viel sucht und von Ihnen viel fordert. Das ist eine Empfehlung an diesem Sonntag. Möglicherweise werden Zumutungen zur Ehrensache. Stolz können Sie sein. Natürlich auch unendlich dankbar. Sie werden gebraucht!

Pfr. Dr. Gottfried Schleinitz

Sie haben die Impulse der letzten Wochen verpasst?

Dann können Sie sie hier nachlesen:
Kirchenjahr 2024/2025
Kirchenjahr 2025/2026

>