Impuls der Woche

Wochenspruch für Sonntag, den 28. November 20211. Advent

Siehe, dein König kommt zu dir, ein Gerechter und ein Helfer. (Sacharja 9)

Das wäre doch was! Eine Regierung, die Gerechtigkeit auf dem Schirm hat und unabhängig von anderen Mächten, unabhängig auch von den dunklen Mächten, ist.
Mal nicht Profit vor Patient in den Kliniken unseres Landes. Mal nicht Parteidisziplin vor Gewissensentscheid. Mal nicht der Trump in uns mit dem tödlichen „Zuerst ich“.
Das wäre doch was im 21. Jahrhundert. Wenn dann auch noch „dein“ König kommt, also einer, der es gut mit dir, mit dir ganz persönlich meint. Besser geht Advent nicht!
Im gegenwärtigen System allerdings scheint diese Vision reine Illusion zu sein. Das Goldene Kalb hat trotz Corona Konjunktur. Es war noch nie gerecht. Und geholfen hat es nur wenigen. Daran wird auch eine Regierung „nach Merkel“ nichts ändern.

Das „siehe“ stört mich. Wo ist denn diese Art von Regierung zu sehen? Wo man hinschaut – das Gegenteil davon. Die „Schere“ geht immer weiter auseinander. Vom Unglück wird profitiert. Solidarität ist Mangelware. Mitgefühl nur auf dem Papier und in wohlgesetzten Phrasen. Das alles mit Hilflosigkeit zu entschuldigen, ist mehr als eine faule Ausrede. Aber „alle Jahre wieder“ können wir gerade in diesen Tagen beim genaueren Hinsehen (wenn wir uns Zeit dafür nehmen) manchmal entdecken, Er kommt tatsächlich – „in der Tat“ – zu uns. Dazu gehört ehrlicherweise aber auch:
Wenn doch nur einmal in der Corona-Krise die Einsicht kommen würde, wir haben uns vermutlich mit unseren Gedanken und Gefühlen verrannt. Wenn wir doch nur einmal auf den Gedanken kommen würden, wir müssten umkehren zu dem, der Gerechtigkeit und Hilfe in Person und Aktion ist.
Könnte es sein, dass wir die Chance verpassen oder schon verpasst haben? Oder gibt es sie noch – diese Chance, umzukehren zu dem, der seit Jahrtausenden zu uns kommen möchte und im Kommen ist? Wenn wir das doch endlich mit den Augen unserer Herzen erkennen würden!

Pfr. i. R. Dr. Gottfried Schleinitz

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