Impuls der Woche

Wochenspruch für den 7. Sonntag nach Trinitatis, 31. Juli 2022

So seid ihr nun nicht mehr Gäste und Fremdlinge, sondern Mitbürger der Heiligen und Gottes Hausgenossen. (Epheser 2)

Ohne Kenntnis damaliger Gesetze und Gebräuche ist dieses Bibelwort kaum zu verstehen. Bürgerliche Rechte und Pflichten waren schon im kleinasiatischen Raum genauestens geregelt.

Wir nähern uns dem Wort aus dem Epheserbrief des Neuen Testaments am besten mit ganz aktuellen Überlegungen. Was das Asylrecht in Deutschland und Europa betrifft, sind wir aufgrund der erfolgten Flüchtlingswellen der letzten Jahre ziemlich gut informiert. Auf diesem Hintergrund erschließt sich die Bedeutung der biblischen Formulierungen relativ leicht. Wir dürfen annehmen, dass „Gäste“ und „Fremdlinge“ von damals vergleichbar den Asylanten oder Asylsuchenden von heute gewesen waren. So könnte es im Epheserbrief lauten, wenn er heute geschrieben würde:

Liebe Leute, es gibt keinerlei Hindernisse, Gott nahe zu sein. Ihr habt Heimat im Land der Verheißung. Ihr habt Zugang zum Haus Gottes. Ihr seid gleichwürdig und gleichwertig denen, die zu Gott gehören.
Liebe Leute, ihr seid „auf Augenhöhe“ mit den Heiligen. Es gibt bei Gott keine Hierarchien oder Privilegien.
Liebe Leute, ihr seid Gott nicht fremd. Ihr seid ihm bekannt und vertraut. Ihr seid nicht nur vorübergehend in seiner Nähe. Ihr könnt euch jederzeit begegnen, weil Gott sozusagen nebenan wohnt.
Liebe Leute, darauf könnt ihr euch was einbilden und stolz sein. Ihr seid nicht „Zweite Wahl oder Klasse“. Ihr seid nicht „Sonderlinge“. Ihr seid keine „Randfiguren“. Ihr lebt inmitten von Verheißungen und habt einen beneidenswerten Horizont und wunderbare Perspektiven.

Was wollt ihr mehr? Schalom – Heil und Glück für euch!

Pfr. i. R. Gottfried Schleinitz

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