Impuls der Woche

Wochenspruch für den 2. Sonntag nach Trinitatis, 13. Juni 2021

Christus spricht: Kommt her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid. Ich will euch erquicken. (Matthäus 11)

Was mühselig ist und was beladen heißt – das wissen Sie vermutlich sehr genau. Jede und Jeder erleben Mühsal und Belastung anders. Und mit zunehmendem Alter zunehmend konkret! Das war so. Das ist so. Vielleicht waren uns Mühselige und Beladene von damals ziemlich ähnlich. Was aber ist „Erquickung“? Was geht da von Jesus aus?

Ich denke, dass Erquickung wesentlich vielfältiger ist als Leid und Not. Erquickung sieht in Asien anders aus als in Europa, anders in Südafrika anders am Polarkreis. Sogar im Laufe unseres Lebens werden wir auf unterschiedlichste Weise erquickt.

Als Säugling erquickt mich die Mutterbrust. Im Kindesalter sind es Geschenke und Unternehmungen mit den Eltern. In der Jugendzeit sind es dann unerwartete Erfolge und unvergessliche Erlebnisse. In der Blüte des Lebens sind es vor allem diverse Überraschungen und die unverdiente Liebe der Allernächsten. Im Alter kommen all die Heilungen, Linderungen, Entlastungen als Erquickung daher. Auf der Zielgeraden wird es dann vor allem die wohltuende Ruhe vor dem Tod und der erwartungsvolle Ausblick in die Zukunft sein, die wir Ewigkeit nennen.

Wie wir sehen: Erquickung hat viele Gesichter. Erquickung ist das Gegenteil von Erschrecken. Wer mich erquickt, baut mich auf und richtet mich aus. Wer mich erquickt, bringt Freude ins Herz, setzt Mut frei, pflanzet Hoffnung ein, erfüllt mich mit Gelassenheit, macht mich zufrieden, stärkt mein Immunsystem, beruhigt die Nerven, tut dem ganzen Korpus gut. Kann es sein, dass wir manchmal unser Bewusstsein ausgeschaltet haben, wenn wir nicht mehr wahrnehmen können, wann und wie wir erquickt werden?

Zurück zum Matthäusevangelium! Und dann hat da einer vor Jahrtausenden von sich reden gemacht. Seine Freunde haben es wider das Vergessen aufgeschrieben. Der stellt sich hin und sagt: „Kommt her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid. Ich will euch erquicken“. Seitdem haben das Millionen erlebt und bezeugt. Sie und ich auch. Wir können alle ein Lied davon singen – aus lauter Lob und Dank. Nehmen Sie Ihr Hirn in die Hand und sagen Sie Ihrem Herzen, dass es an diesem Sonntag nur ja nicht das Loben und Danken vergisst! Es senkt Blutdruck, erhöht Lebensqualität und hält Sehnsucht wach zu dem Anderen Leben, zu dem Neuen Leben – zur Ewigkeit.

Pfr. i. R. Dr. Gottfried Schleinitz

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