Die Piscina

Heute mit einer kleinen Holztür verschlossen, gehörte die Piscina (lateinisch: Wasserbecken) einst als offene Nische zur Ausstattung der alten Sakristei, die 1906 dem Anbau des nördlichen Querschiffes hatte weichen müssen (vgl. den abgebildeten Grundriss). Die für eine Piscina typischen Bestandteile sind das an einem Haken hängende – hier nachempfundene – Gießgefäß sowie die Vertiefung mit einem Abfluss zum Friedhof. Als Waschvorrichtung innerhalb der Sakristei benötigte sie in der Zeit vor der Reformation der Priester zur rituellen Reinigung seiner Hände bei der Messfeier (Got- tesdienst mit Heiligem Abendmahl). Außerdem fand die Piscina Verwendung bei der Säuberung der liturgischen Geräte: Anhaftende Par-tikel heiliger Substanzen sollten durch das Wasser auf den Friedhof gelangen und damit in geweihter Erde ruhen.

Grundriss von 1847 bis 1906, nach C. Gurlitt, Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Königreichs Sachsen

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