Bestattung

Kulturen und Religionen aller Epochen kennen von Anfang an bestimmte Rituale für Bestattungen. Für Angehörige sind es starke Hilfen im endgültigen Abschied von ihren Verstorbenen. Erde, Wasser, Luft sind regional unterschiedliche Orte dafür. Möglich auch auf Bäumen oder Felsen. Möglich als Verbrennung oder Verwesung. Problematisch für Hinterbliebene, wenn sie keinen “Friedhof” haben zu ihrer Traue. Das kommt in Kriegen und Katastrophen immer wieder vor.

In Assisi – in der Basilika Maria Degli Angeli – kann man zum Sterbeort des Heiligen Franziskus pilgern. Dort ist in großen Lettern zu lesen:

“Transitus” (“Übergang”).

Ein wunderbares Bild! Gemeint ist die “Reise” von Hier nach Dort. In die andere Welt. Ins Land der Verheißung. So lauten Umschreibungen für das im Glauben fest verankerte “Danach”.


Das Bestattungsritual der Christen hat gewissermaßen zwei “Gesichter”. Das eine schaut rückwärts. Damit verbunden sind Erinnerungen an das vergangene Leben. Das andere schaut vorwärts. Damit verbunden sind Erwartungen an das kommende Leben. Christen verabschieden ihre Verstorbenen in dieser Hoffnung, die nie stirbt: dass ihre Lieben ankommen im Licht der Ewigkeit.

Solche Erwartungen sind manchmal nur Ahnungen oder Vermutungen. Manchmal sind sie aber auch belastungsfähige Gewissheit. Dazwischen sind unterschiedliche Vorstellungen möglich. Trauernde brauchen sowohl das Allein-Sein mit sich als auch das Getröstet-Sein von anderen.

Pfr. i. R. Dr. Gottfried Schleinitz

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