Trauung

Mit dem Ritual der Trauung ist viel Missbrauch getrieben worden. Zu oft glich diese kirchliche Handlung, eigentlich ein Gottesdienst, einem show-time des Brautpaares und ihrer Familien.

Trauung ist das Segnungs-Ritual am Beginn des gemeinsamen Lebens. Die Agenda enthält gleichlautende Traufragen an Braut und Bräutigam. Sie halten für Frauen und Männer Gleichwertigkeit und Gleichwürdigkeit rituell fest. Trauung ist alles andere als die Garantie für Haltbarkeit der Ehe. Vielmehr formuliert und strukturiert die Trauung das Vertrauen in ein Gelingen der Ehe. Trauung ist zu verstehen als der Beginn einer spannenden, effektiven wie zukunftsfähigen „Dreiecksbeziehung“: Frau-Mann-Gott. Eine solche im Glauben begründete und gestaltete dreifache Partnerschaft könnte sogar angesichts eines gesellschaftlichen Trends wieder an Bedeutung gewinnen. Soziologen beobachten schon länger eine zunehmende Bindungsunfähigkeit der Nachkriegsgenerationen. Die Angst, sich in einer Beziehung möglicherweise falsch festzulegen, führt zu einer Ablehnung von lebenslänglich gemeinten Verabredungen. Schnellere und häufigere Beziehungs-Wechsel sind eine geradezu logische Folge. Hinzu kommen die immer noch hohen Scheidungsziffern sowie eine wachsende Gewalt in Partnerschaften – in Deutschland stirbt alle drei Tage eine Frau an Gewalt.  



Trauung hat keinerlei zivilrechtliche Bedeutung, nur kirchenrechtliche. Sie setzt die standesamtliche Eheschließung ohne Wenn und Aber voraus. Im Feudalismus waren fragwürdige Gewohnheiten üblich. Bis ins letzte Jahrhundert hinein galten, vor allem sexuelle, Tabus. Freiheit und Gleichheit der Geschlechter sind ein hohes Gut!

Pfr. i. R. Dr. Gottfried Schleinitz

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