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Calvin (1509-1564)
Dritter Mittelpunkt der Reformation. Neben Wittenberg (Luther) und Zürich (Zwingli) auch Genf (Johannes Calvin), Sohn eines bischöflichen Sekretärs, früh Halbwaise, juristische und humanistische Studien in Paris. Mit 18 Jahren übernahm er eine Pfarrei und erhielt die Tonsur („Haartracht“ der Mönche). Bekehrung zum Protestantismus um 1530. Widerstand gegen Gleichgültigkeit. Rigorose Sittlichkeit. Strenge Kirchenzucht. Später aus Genf vertrieben. 1541 Rückkehr und Sieg über die Gegner. Gründung der Genfer Akademie. Von dort Einfluss auf westliche ((England, Schottland) und östliche (Polen, Ungarn) Länder Europas. Unterschied zu Luther hauptsächlich in der Lehre über das Verständnis des Abendmahls und der Kirche. Relativ schmuckloser Gottesdienst. Wirtschaftliche Erfolge wurden als Segnung Gottes erklärt. In einer im Calvinismus religiös bedingten rastlosen Erwerbsarbeit sehen viele Forscher einen maßgeblichen Einfluss auf die Entstehung des modernen Kapitalismus.

Caritas
Lateinisch: Liebe. Dann auch: organisierte kirchliche Sozialarbeit, Wohlfahrtsverband, international zusammengeschlossen.

Chanukka
Tempelweihfest. Es erinnert an die Wiedereinweihung des zweiten jüdischen Tempels in Jerusalem im jüdischen Jahr 3597 (164 v. Chr.) nach dem erfolgreichen Makkabäeraufstand der Juden Judäas gegen hellenistische Juden und makedonische Seleukiden, Die Makkabäer führten den traditionellen jüdischen Tempeldienst wieder ein. Sie beseitigten den zuvor im jüdischen Tempel aufgestellten Zeus-Altar, den hellenisierte Juden, die Jahwe mit Zeus gleichgesetzt und auf griechische Art verehrt hatten, errichtet hatten.
Die Menora, der siebenarmige Leuchter im Tempel, sollte niemals erlöschen. Nach der späteren Überlieferung war aufgrund der Kämpfe mit den Seleukiden nur noch ein Krug geweihtes Öl vorzufinden. Dieses Öl reichte für gerade mal einen Tag. Für die Herstellung neuen geweihten Öls werden acht Tage benötigt. Durch ein Wunder habe das Licht jedoch acht Tage gebrannt, bis neues geweihtes Öl hergestellt worden war. Daran erinnern die acht Lichter des 8- bzw. 9-armigen Leuchters Chanukkia. Jeden Tag wird ein Licht mehr angezündet, bis am Ende alle acht brennen.
Der Leuchter hat oft neun Arme oder Lichterhalter, das neunte Licht ist der „Diener“. Nur mit diesem dürfen die anderen angezündet werden.
Chanukka wird in Familien und Gemeinden gefeiert.

Chaos
Griechische Philosophen bezeichneten damit den Urzustand der Welt. Chaos bedeutete damals „das Ungeformte“. In babylonischen, phönizischen und ägyptischen Schöpfungsgeschichten kommt diese Bedeutung ebenfalls vor. Heute wird das Wort vor allem für Unordnung im Kleinen wie im Großen gebraucht.
In der ersten Schöpfungsgeschichte (1. Mose 1, Vers 2) geht es auch um den Urzustand von Himmel und Erde – dem Kosmos (hebräisch heißt das „tohuwabohu“).
In der zweiten Schöpfungsgeschichte (1. Mose 2, Vers 4) geht es nur um den Urzustand der Erde – dem Globus.

Charisma
Griechisch: Gnade. Charismen: Gnadengaben – Begabungen mit den zum Leben der Gemeinde notwendigen Eigenschaften und Fähigkeiten (1. Korinther, Kapitel 12).
Charismatische Bewegungen: Strömungen innerhalb der großen Kirchen (ev. / kath.), die auf besondere Begabungen und Erfahrungen mit dem Heiligen Geist Wert legen. Manchmal fundamentalistisch orientiert.

Cherubim
Engel, Träger des Gottesthrones, Wächter an heiligen Stätten (1. Mose Kapitel 3, Vers 24), mythologische Gestalt (Menschengesicht, Tierkörper, Flügel).

Chloe
Diejenige Frau in der Korinthischen Gemeinde, die (bzw. deren Angehörige) den Apostel Paulus über die verschiedenen „Parteien“ (Strömungen, Richtungen) in der Gemeinde unterrichtete.

Christus
Griechisch: Gesalbter. Hebräisch: Messias. Im Zentrum des Glaubens stehen von Anfang an die Kreuzigung und die Auferstehung des Jesus von Nazareth (Karfreitag und Ostern) – das eine gibt es nicht ohne das andere. Die „Christen“ heißen die Anhänger Christi. Ursprünglich war das eine Fremdbezeichnung, d.h. so wurden die Christen von außerhalb, von den anderen Zeitgenossen genannt.
Christologie ist die Lehre von Person und Werk Jesu Christi. Christokratie bedeutet Christusherrschaft. Christusmonogramm: XP – CHIRHO.

Claudius
Römischer Kaiser (41-54), Stiefenkel des Augustus. Apostelgeschichte Kapitel 18, Vers 2: Claudius habe alle Juden aus Rom ausgewiesen. Das judenfeindliche Edikt stammt wahrscheinlich aus dem Jahr 49 n. Chr. Das war der Anlass, dass Aquila und Priszilla nach Korinth übergesiedelt sind.

Communion
Lateinisch: Teilhabe, Gemeinschaft, Vereinigung. Bezeichnung für das Abendmahl.
Communio sanctorum: ursprünglich bedeutete es „Gemeinschaft an den heiligen Gütern der Kirche“ (also an den Sakramenten), später bedeutete es „Gemeinschaft der Heiligen“

Credo
Lateinisch: ich glaube, Kurzbezeichnung eines Glaubens-Bekenntnisses.
Es hat den Charakter der Zustimmung zu dem, was man aus der Verkündigung gehört hat.
Das Credo ist ursprünglich ein Teil der Tauffeier. Die Taufbewerber hatten es auswendig zu lernen und in einer Art Prüfung (redditio symboli) dem Bischof aufzusagen. Daher ist es als persönliches Bekenntnis in der Ich-Form abgefasst. In seiner jetzigen Form ist das Credo in die Messe, d. h. in den Gottesdienst der Gemeinde, erst im Mittelalter gekommen – sogar durch den Einfluss Heinrichs II. (jener König, der auch in Wahren 1004 Hof gehalten hat), anlässlich seiner Kaiserkrönung 1014. Mehr als zwei Jahrhunderte lang hatte sich die Entwicklung der römischen Liturgie wesentlich auf fränkischem Boden vollzogen.
Neben dem „Apostolischen Glaubensbekenntnis“ gibt es vor allem noch das sog. Nicaenum (Bekenntnis aus dem Konzil von Nicaea 325 n. Chr.) und das sog. Constantinopolitanum (Bekenntnis aus dem Konzil von Konstantinopel 381 n. Chr.).

Cyrus
(hebräisch: Kores). Gründer des persischen Weltreiches. Bekannt geworden durch seinen Sieg über Krösus, den „steinreichen“ König von Lydien. Eroberer der Stadt Babylon. Kluger und toleranter Herrscher. Auch den Juden gegenüber freundlich gesinnt. In Jesaja Kapitel 44, Vers 28 und Kapitel 45, Verse 1-4 erscheint Cyrus als „Hirt“ oder „Gesalbter (Messias)“, der die Stadt Jerusalem und den Tempel wiederaufbauen wird. So wurde er (als Nicht-Israelit!) zum Hoffnungsträger für die Juden im Exil. Er erließ tatsächlich in seinem ersten babylonischen Regierungsjahr ein Edikt (538 v. Chr.), das den Juden die Rückkehr nach Jerusalem und den Wiederaufbau des Tempels erlaubte (2. Chronikbuch Kapitel 36, Vers 22).