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Damaskus
Eine wichtige Stadt an den Karawanenstraßen der Antike. Damaskus wird in uralten ägyptischen und assyrischen Texten häufig erwähnt – aber auch in den prophetischen Schriften des Alten Testaments. Zur Zeit Davids (um 1000 vor Chr.) war Damaskus ein mächtiger aramäischer Staat. Im Verlauf der orientalischen Geschichte wurde die Stadt mehrfach belagert, erobert, besetzt – zuletzt durch die Römer. In Damaskus gab es eine große jüdische Gruppe, was für die Geschicke des Apostels Paulus von entscheidender Bedeutung war. Die Straße, in der das Haus des Judas, des Gastgebers des Apostels lag, heißt heute noch „die gerade“. Sie führt in gerader Linie von Ost nach West durch die Stadt. Sie war einst viel breiter und von Säulen eingefasst, von denen Überreste aufgefunden wurden. Das Osttor wurde ausgegraben und restauriert.

David
David stammt aus Bethlehem in Juda, war jüngster Sohn des Isai. Seine Frauen hießen Merab, Mikal, Achinoam, Abigail, Chaggith, Abital, Egla und Bathseba. Eheschließungen waren seinerzeit oft politisch motiviert.
Bathseba hat Salomo, den Nachfolger Davids geboren. Er starb nach langer Herrschaft (1004-965 vor Chr.) in „seiner“ Stadt: Jerusalem.
David war zunächst Waffenträger seines Vorgängers, des ersten israelischen Königs – Saul. Bald gewann David die Gunst des Volkes, handelte sich aber dadurch auch die Eifersucht Sauls ein. Er floh, tauchte mal als Bandenführer in der judäischen Wüste auf, mal als „Legionär“ im Dienste der Philister. Nach dem Tode Sauls ist er bald König in Hebron. Und nach einem längeren Bürgerkrieg, manchen Intrigen, politischen Morden usw. wird er von Juda und Israel als König über das ganze Land anerkannt. Er verlegt aufgrund strategischer Überlegungen seinen Regierungssitz nach Jerusalem. In seine Regierungszeit fallen auch die Vorbereitungen zum Bau des ersten großen Zentralheiligtums, des Jerusalemer Tempels.
David gilt als der Gründer des vereinten unabhängigen Groß-Israel. Die Person und die Zeit Davids sind im Laufe der Geschichte immer mehr idealisiert worden. Bald wird sein Name mit dem langersehnten Messias verbunden, dem Retter und „Wiederhersteller“ des Volkes Israel. Der Nachwelt gilt er auch als Künstler – z.B. als Dichter von Psalmen. Als Zitherspieler (der dadurch die Schwermut des Königs Saul vertreiben konnte) war er von Anfang an bekannt gewesen.
Das „Großreich“ (dessen „Größe“ ist historisch ziemlich umstritten!) Davids zerbrach bald nach seinem Tod in das Nordreich (Hauptstadt Samaria) und das Südreich (Hauptstadt Jerusalem).

Dämon
Ursprünglich „übermenschliche Macht“. Im griechischen Volksglauben sind Dämonen böse Geister, im frühen Glauben der Israeliten eher nebensächliche Größen. Im späteren Judentum spielen sie eine relativ wichtige Rolle. Sie können Schaden an Leib und Seele zufügen und die verschiedensten Vorsichtsmaßnahmen sind weit verbreitet (Amulette). Dämonen halten sich an „unreinen“ Stätten auf, haben sinnliche Bedürfnisse, verführen die Menschen. Im Neuen Testament ist die Dämonenfurcht nur durch den Glauben an Jesus Christus zu überwinden. Die Vorstellung von Dämonen ist im Neuen Testament unlösbar mit der Vorstellung von einem Satan verbunden.

Dekalog
(griechisch: „Zehn Worte“). So werden schon früh die 10 Gebote genannt. In der Bibel werden sie auf die Kapitel 19 und 20 des Zweiten Buches Mose zurückgeführt. Der Dekalog gilt bis in unsere Zeit im Volk Israel als eines der wohl wichtigsten Dokumente des Bundes zwischen Gott und Mensch.
Ähnliche Aufzählungen von Gesetzen bzw. Verhaltensnormen haben sich auch sonst im Alten Orient gefunden. Im Neuen Testament wird der Inhalt des Dekalogs in der einen Forderung zusammengefasst: Du sollst Gott lieben und deinen Nächsten wie dich selbst!
Luther zählt in seinem Kleinen und Großen Katechismus die 10 Gebote zu den „Hauptstücken des Glaubens“

Deutsche Christen (DC)
Es handelt sich um eine kirchenpolitische Bewegung innerhalb der evangelischen Kirche während des Hitlerfaschismus. Für ihre Entstehung und Verbreitung sorgte die NS-Partei. Ihre Anfänge hatte diese Bewegung im Wieratal bei Altenburg. In besonderer Weise haben die Pfarrer Leffler, Leutheuser und Hossenfelder die Arbeit vorangetrieben. Alles Jüdische wurde entweder aus der Bibel „gestrichen“ oder entsprechend „uminterpretiert“ – für Jesus selbst wurde die Annahme deklariert, er sei indogermanischer Herkunft.
Es kam zum Kirchenkampf zwischen der Bekennenden Kirche (BK) und dem NS-Staat, mit dem die Deutschen Christen sich zutiefst verbunden fühlten.

Diakon
Eigentlich war das der „Diener bei der Mahlzeit“. Im Neuen Testament hat „Diakon“ aber mehrere Bedeutungen:
Der Diener eines Herrn oder seines Mitmenschen – im ganz allgemeinen Sinn.
Der Diener Christi (das sollte jeder Christ sein) – im engeren Sinn.
Der Diener einer übergeordneten Macht (einer bösen wie einer guten) – im übertragenen Sinn.
Der Träger eines besonderen Amtes (Hierarchie) in der Gemeinde – im spezifischen Sinn.
In diesem letzten Sinn wird Diakon als Berufs(und Berufungs)-Bezeichnung bis heute verwendet. Diakone waren und sind vor allem für Verwaltungsaufgaben zuständig und verantwortlich für die Tätigkeit christlicher Nächstenliebe.
In der Urgemeinde wurden sieben Diakone gewählt und von anderen Aufgaben (Ämtern) getrennt. In der Apostelgeschichte (Kap.6) wird über diese Einsetzung der Fürsorger berichtet.
Die Diakonissen haben ihre Selbstbezeichnung von diesen Gedanken hergeleitet.
Seit 1961 (Weltkirchenkonferenz in Neu Delhi) spricht man auch von einer „politischen Diakonie“ und meint damit die Sorge um die Verbesserung gesellschaftlicher Strukturen und Bedingungen in einem Land oder einer Region.

Diana
Altitalienische Göttin des Lichts, aber auch der Wälder und der Sklaven und der Fruchtbarkeit. Der Dianakult war im römischen Reich weit verbreitet. In Ephesus stand ein berühmter Tempel der Diana. Von dem Widerstand des Apostels Paulus gegen diesen Kult wird in der Apostelgeschichte berichtet.

Diaspora
(griechisch: „Zerstreuung“)
Bezeichnung für eine konfessionelle, religiöse, ethnische oder nationale Minderheit. Zugleich Bezeichnung für die ganze Situation, die durch die „Zerstreuung“ entstanden ist. Man spricht vom Diasporajudentum und meint damit alle Juden, die dauernd außerhalb des jüdischen Staates leben.

Dogma
Dogma hat in der griechischen Übersetzung des Alten Testaments, das bekanntlich in der hebräischen Sprache geschrieben wurde, eine ganz „weltliche“ („profane“) Bedeutung. So werden z.B. behördliche Verordnungen genannt.
Unter den Juden und Christen der Apostolischen Zeit verstand man unter Dogma „die göttliche Verordnung des mosaischen Gesetzes“. Erst später bekam dann das Dogma die Bedeutung von „Lehrsatz“ – mit der Tendenz: feststehend, unumstößlich, bis in Ewigkeit.

Dominikanerorden
(offiziell „Ordo Fratrum Praedicatorum“ – OP)
1216 hat Papst Honorius III. den von Dominikus gegründeten Seelsorge-Orden der Katholischen Kirche bestätigt. Es ist eine Gemeinschaft, die die klösterliche Reformbewegung und das seelsorgerliche Anliegen (nicht nur) der damaligen Zeit im Armutsgedanken zusammengefasst hat (Bettel-Orden). Seit 1232 waren Dominikaner im päpstlichen Auftrag auch in der Inquisition tätig. Unübertroffene Leistungen vollbrachten sie auf dem Gebiet der Philosophie und der Theologie. Dafür stehen Namen wie Albertus Magnus, Thomas von Aquino, Meister Eckhart, Johann Tauler. An der Spitze des Ordens steht der „Ordensgeneral“, der dem obersten Organ, dem „Generalkapitel“ gegenüber verantwortlich ist. Es gibt weltweit etwa 7000 Dominikaner in etwa 650 Niederlassungen.
Die Dominikanerinnen sind der weibliche Zweig des Ordens, ebenfalls von Dominikus gegründet. Für sie gibt es selbständige Klöster. Sie tragen ähnliche Ordenskleidung wie die Dominikaner.

Doxa
So wird in der griechischen Sprache „die Herrlichkeit Gottes“ genannt. Als „Doxologie“ bezeichnet man den Lobpreis der Herrlichkeit Gottes. Bestimmte Formen solchen Lobpreises waren so gebräuchlich, dass auch das Vaterunser nach der siebenten Bitte mit einer Doxologie abgeschlossen worden ist: „…denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen“.

Dualismus
Es handelt sich um den Glauben an zwei unvereinbare Prinzipien oder Grundkräfte der Welt.
In dieser Auffassung lauert die Gefahr, dass dem Bösen („Satan“, „Demiurg“) gegenüber Gott, dem Ursprung der guten Schöpfung, eine viel zu große Bedeutung beigemessen wird. In apokalyptischen Zeiten hat der Dualismus „Konjunktur“.