Impuls der Woche
11. Sonntag mach Trinitatis, 16. August 2026
Einen Gesegneten Sonntag mit dem nächsten SONNTAGSIMPULS! Haben Sie wieder Ihre ungestörte Zeit. Wir wünschen Ihnen eine sinnvolle neue Woche. Dieser Impuls bringt ein bekanntes Bibelwort, seit vielen Jahren schon Sprichwort, zu Ihnen ins Haus:
Gott widersteht den Hoffärtigen, aber den Demütigen gibt er Gnade. (1. Petrusbrief 5)
Natürlich sind sie sofort da: Bilder von der vergangenen Fußball-Weltmeisterschaft. Natürlich sind sie gegenwärtig: überraschende unvorhersehbare Informationen aus dem Kriegsgeschehen zwischen Iran und Amerika.
Im Hintergrund oft dieses Wort aus dem Neuen Testament.
Dieses Wort zählt zu denen, die viel zitiert werden. Dabei ist meist zu beobachten: die Hoffärtigen sind immer die anderen. Oft erklingt das Wort mit einem unüberhörbaren Unterton von Schadenfreude. Daran wollen wir uns heute nicht beteiligen. Lassen Sie uns viel mehr darüber nachdenken, was es denn in dieser Zeit und in unserem Alter heißt, „demütig“ zu sein.
Demut kommt uns vor wie kleinbeigeben, nur ja nicht streiten, sich stets zurücknehmen, sich nicht behaupten, sich klein machen – die Liste ist lang.
Doch das ist mit Demut nicht gemeint! Demut ist keine Schwäche. Was aber dann? Ich versuche ein paar Umschreibungen: Nicht immer im Mittelpunkt stehen wollen. Nicht immer die erste Geige spielen wollen. Mehr Sein als Schein. Andere achten und schätzen, anerkennen und loben. Die eigenen Ansprüche in den Griff kriegen. Auf Vorurteile achten und verzichten.
In unserer Wahrnehmung geht es den Hoffärtigen meist besser als den Demütigen. Oft wird dafür „der liebe Gott“ verantwortlich gemacht. Beim genaueren Hinsehen entdecken wir bei Hoffärtigen die Fassaden. Und mit Fassaden leben macht nie glücklich. Bei Demütigen entdecken wir eher tiefere Schichten ihrer Persönlichkeit. Dort ist eigentliches Glück eher zu Hause.
Gut ist es, wenn ich nicht unter allen Umständen demütig zu sein versuche. Das geht oft schief. Gut ist es, wenn ich eine „natürliche“ Demut leben kann. Das geht nie schief.
Pfr. Dr. Gottfried Schleinitz
Sie haben die Impulse der letzten Wochen verpasst?
Dann können Sie sie hier nachlesen:
Kirchenjahr 2024/2025
Kirchenjahr 2025/2026