Impuls der Woche
3. Sonntag mach Trinitatis, 21. Juni 2026
Schon wieder wird eine Woche neu. Schon wieder der nächste SONNTAGSIMPULS.
Jetzt nix mit Trump und Papst, mit Iran und Krieg, mit Israel und den Siedlern, mit Deutschland und seinen Kindern, mit Merz und den Reformen, mit der AFD und den Erinnerungen an die Dreißiger Jahre. Jetzt nur der SONNTAGSIMPULS.
Der bringt das Lebens-Motto Jesu in Ihre Erinnerung:
Der Menschensohn ist gekommen, zu suchen und selig zu machen, was verloren ist. (Lukas 19)
Man stelle sich vor, so einer wolle heutzutage in den Bundestag! Undenkbar. Das passt überhaupt nicht in die politischen Landschaften unserer Zeit. Der jesuanische Fokus ist weltweit in der gegenwärtigen Mentalität nicht gesprächsfähig. Der gegenwärtige Fokus steht weltweit nahezu ausschließlich auf Gewinn und Erfolg.
Im evangelikalen Bereich begegnen uns eine Frömmigkeit und eine Theologie, die den Glauben am Erfolg misst. Nur wer richtig glaubt, hat Erfolg. Und wer Erfolg hat, glaubt richtig. Mit dem Kreuz hat man da so sein Kreuz. Jesus setzt einen anderen Fokus.
Jesus „tickt“ anders. Jesus ist anders „gestrickt“. Seine Orientierung ist radikal anders. Er sieht, was Viele nicht sehen und nicht sehen wollen. Und dieses Lebens-Motto Jesu würde einiges von Grund auf verändern und spürbar an den Grundfesten unserer Mentalität rütteln. Um Jesus ähnlich zu werden, müsste man mit dem Auge des Herzens sehen, müsste man mit der Seele im Hirn denken, müsste man von Gefühl und Bewusstsein für Wesentliches geleitet sein.
An Jesus bewundere ich immer wieder Dreierlei.
Das Suchen – seine Seele ist gezielt ausgerichtet, sein Herz ist stets auf Empfang, sein Auge sieht ins Dunkel.
Das Wollen – kein Vielleicht. Nur entweder oder, ganz oder gar nicht, jetzt oder nie.
Das Verlorene – wer sind die? Verlorene haben ein Schicksal. Verlierer haben Namen: Hilflose, Obdachlose, Behinderte, Entwurzelte, Auffällige, Wehrlose, Andersartige, Chancenlose, Unbrauchbare und auch diejenigen, die alles mit sich machen lassen.
An Jesus müssen wir uns als Christen messen lassen.
Menschensohn ist der Name für den, der einer von uns ist, aber ganz anders als wir.
Wir haben einen Platz in seinem unverbrauchten Herzen.
Pfr. Dr. Gottfried Schleinitz
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Kirchenjahr 2025/2026